MZ 19. März 2007Explosion ruft Retter nach ZorbauDrei schwer- und sieben Leichtverletzte - Großübung von Feuerwehr und DRK in einem Unternehmen Zorbau/MZ. Nadja Kabisch springt vom Frühstck auf, als ihr Piepser ertönt. 20 Minuten spter schickt sie zwei Männer ihrer Einsatzgruppe mit Atemschutztechnik und Wasserschlauch ins Gebäude der Roba Corrugated GmbH im Gewerbegebiet Zorbau. Dorthin hat die Kreisleitstelle die Freiwillige Feuerwehr Zorbau-Gerstewitz gerufen. Es soll eine Explosion gegeben haben und brennen. Erst vor Ort erfahren die 16 Wehrleute, dass sie sich in einer Übung befinden. "Zum Glück ist niemandem etwas passiert", schießt es der 21-Jährigen aus Taucha durch den Kopf. Doch ndert das nichts an ihrer Konzentration. Denn es muss gehandelt werden wie im Ernstfall. Und es brennt im Ballenlager. Menschen sind noch im Objekt. Drei haben sich aufs Dach geflüchtet. Hilferufe kommen aus den Büros. Einsatzleiter Raimo Schweigel muss Unterstützung aus Weienfels, Lützen, Granschütz und Sössen anfordern, als er das Ausmaß des Unglücks erfasst hat. Drehleitern und Entgiftungstechnik werden gebraucht. Eine ätzende Flüssigkeit ist ausgetreten. Seine Mannschaft schickt er zum Löschangriff ins Gebäude. Der erste Trupp, der unter Atemschutzgerätetechnik eindringt, stößt auf einen Schwerverletzten. Der Rettungsdienst wird gebraucht. Elf Mann rücken an, zwei Rettungswagen und die Schnelle Einsatzgruppe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). An vier Orten gleichzeitig wird gehandelt. Es ist für Raimo Schweigel schwer, die Arbeit von zuletzt 59 Männern und Frauen, die zu fünf Feuerwehren und den Rettungsdiensten gehören, zu koordinieren. Abschnittsleiter Helmut Thurm und zwei Fernmeldekraftwagen aus Sössen sollen die Einsatzleitung übernehmen. Doch bevor es dazu kommt, ist 9.10 Uhr der Brand gelöscht. Um drei Schwerverletzte und sieben Personen mit leichten Verletzungen kümmert sich das DRK. Die Gruppenführer erstatten am Einsatzleitwagen Bericht, während die Mannschaften schon auf Kontrollgängen sind. Da stellt sich heraus, dass noch eine Person vermisst wird. Nun muss ein Granschützer Trupp mit Atemschutzgerät ins Gebäude. Nach mehr als 20 Minuten erfolglosen Suchens werden Michael Brauer und Sven Berthold nervös. Der fallende Druck auf ihren Pressluftflaschen fordert sie zum Rückzug auf. Die Überlebenschancen werden für den Gesuchten mit jedem Schritt geringer. Die jungen Männer atmen tief durch, als sie erfahren: Es ist niemand mehr im Haus. Marco Heißig, technischer Leiter der Firma, verfolgt aufmerksam das Geschehen. "Die Feuerwehr kennt sich jetzt hier aus, das kann für einen Ernstfall nur gut sein", begrüßt er die Aktion, die Wehrleiter Raimo Schweigel angeregt hat. Er hat auch bei Roba seinen Arbeitsplatz. Vier der Kollegen gehören zu den Unglcksopfern. Vom DRK zurecht gemacht, ist Mirko Weise kaum wiederzuerkennen. Kurz nach 10 Uhr beginnt der Abbau des Szenarios. "Danke, top gelaufen", bedankt sich Raimo Schweigel dann im Zorbauer Feuerwehrhaus bei allen, als die Gulaschkanone aus Lützen erwartet wird. Die Führungskrfte ziehen sich aber noch einmal zurück. "Wer keine Fehler erkennt, kann sie nicht abstellen", sagt Helmut Thurm, bevor er benennt, was noch besser zu machen ist und vor allem in der Verantwortung der Führungskrfte, auch seiner, liegt. Zur geplanten Bildung einer Einsatzleitung vor Ort und Trennung der Funkkanäle kam es schließlich überhaupt nicht. Neben nachdenkenswerten Anregungen nimmt Nadja Kabisch aber noch einmal das Lob für die Mannschaft aus dieser Runde mit. |
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