MZ 02. August 2003

Frischer Wind im neuen Gerätehaus

Raimo Schweigel ist mit Leib und Seele Feuerwehrmann. Deshalb tat es ihm besonders weh zuzusehen, wie im vergangenen Jahr die Freiwillige Feuerwehr Zorbau auseinanderbrach. "Von 22 Leuten hörten zwölf auf, zog weg gen Westen oder gaben einfach auf", erinnert sich der 39-jährige Berufskraftfahrer.

Die Einsatzbereitschaft der Wehr, die die Ortsteile Gerstewitz, Nellschütz, Zorbau und das Gewerbegebiet an der Autobahn betreut, war vor allem in der Woche akut gefährdet. "Unser Bürgermeister bemühte sich deshalb um neue Leute. Er schickte Einladungen in alle Ortsteile hinaus und führte viele Gespräche", erzählt Raimo Schweigel. Die Apelle von Gemeindeoberhaupt Dietmar Neuhaus fielen auf fruchtbaren Boden, die Wehr gewann Zuwachs. Sieben Männer und eine Frau ließen sich für die ehrenamtliche Arbeit in der freiwilligen Feuerwehr begeistern. "Jetzt sind wir 15 Männer und acht Frauen in der Wehr", berichtet der stellvertretende Gemeinde-Brandmeister Schweigel. Besonders stolz sei er auf die Jugendfeuerwehr, die es seit dem 1. Mai dieses Jahres gibt. Schweigel, der auch als Jugendwart fungiert, bildet die elf jungen Leute im Alter zwischen zehn und 16 Jahren aus. Alle Feuerwehrleute, angehende und gestandene, haben in Zorbau beste Voraussetzungen.

Im Jahr 2000 entstand ein 1,5 Millionen Mark teures Feuerwehrgerätehaus nahe dem Gewerbegebiet Zorbau. Dessen Entwicklung und der Bau der Müllverbrennungsanlage durch die SITA nähren sogar die Hoffnung, dass Zorbau eine Berufsfeuerwehr bekommt.

Qualifikation und Einstellung dafür würden auf jedem Fall stimmen, betont Schweigel und führt die MZ durch das moderne Feuerwehrgebäde. In der gerämigen Garage steht ein Tanklöschfahrzeug, das 2500 Liter Wasser fasst, daneben ein Löschfahrzeug mit einem 1200-Liter-Tank und fü einen Einsatz notwendige Gerätschaften.

Und dann erzählt der Fachmann von der neuen Errungenschaft der Feuerwehr. Von einer Leunaer Firma habe man kostengünstig einen Kleintransporter, Baujahr 1992, bekommen. Ein steuergünstiger Diesel, den die Feuerwehrleute mit dem Einverständnis des Hohenmölsener Lackierers Hartmut Hillert selbst abschleifen konnten. Das notwendige Aufrüsten des Wagens habe der Fahrzeugbau Kerger aus Bothfeld besonders preiswert erledigt. "Plane und Spriegel haben wir Feuerwehrleute selbst aufgebaut", erzählt Schweigel nicht ohne Stolz.

Die zwei betagten B 1000 aus Zorbau haben übrigens die Göthewitzer und Muschwitzer Jugendfeuerwehren bekommen. "Da konnten wir wenigstens auch mal helfen", so der stellvertretende Gemeinde-Brandmeister aus Zorbau, der die Probleme der Kollegen aus anderen Gemeinden nur allzu gut kennt.



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